Hornissennest entfernen: Das dürfen Sie nicht

Hornissennest in einer Zimmerecke an einer hellen Hauswand

Ein Hornissennest am Haus ist selten ein Notfall – aber immer ein Fall für den richtigen Weg. Denn Hornissen stehen unter besonderem Artenschutz: Wer ein Nest auf eigene Faust entfernt oder entfernen lässt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen ist eine Entfernung weder nötig noch die beste Lösung.

Kurz gefasst: Hornissen sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Nest umsiedeln oder beseitigen darf man nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Behörde – und die wird nur erteilt, wenn eine echte Gefährdung besteht, die sich nicht anders abwenden lässt. Das Volk stirbt ohnehin im Spätherbst ab, und das Nest wird nie wieder bezogen.

Sind Hornissen wirklich gefährlich?

Nahaufnahme einer Hornisse – Vespa crabro

Der bekannteste Satz über Hornissen – „sieben Stiche töten ein Pferd“ – ist schlicht falsch. Hornissengift ist nicht stärker als das der Honigbiene; ein Stich schmerzt deutlich, ist für gesunde Menschen aber nicht gefährlicher als ein Bienenstich. Hornissen sind zudem ausgesprochen friedfertig: Sie interessieren sich weder für Kuchen noch für Grillfleisch und verteidigen im Wesentlichen nur den Nestbereich.

Ernst wird es in zwei Fällen: bei einer Insektengiftallergie und wenn das Nest so sitzt, dass die Einflugschneise direkt über eine Terrasse, einen Kinderspielplatz oder einen viel genutzten Eingang führt. Dann ist Handeln richtig – nur eben auf dem legalen Weg.

So läuft es in Berlin: vier Schritte

Kostenlose Beratung

Der Berliner Hymenopterendienst berät telefonisch und schätzt ein, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht. Anlaufstelle ist der Freilandartenschutz der Senatsverwaltung: (030) 9025 1033.

Prüfung vor Ort

Ein Sachkundiger sieht sich Nest, Lage und Gefährdung an – und prüft, ob mildere Mittel reichen: Fliegengitter, Sichtschutz, eine Absperrung im Umkreis von vier bis fünf Metern.

Antrag stellen

Nur wenn es keine Alternative gibt, beantragen Sie formlos die Ausnahmegenehmigung. Darin muss stehen, worin die Gefährdung besteht und warum sie sich nicht anders abwenden lässt. Das Gutachten legen Sie bei.

Umsiedlung durch den Fachbetrieb

Erst mit der Genehmigung darf ein geschulter Betrieb das Nest umsetzen. Eine Umsiedlung ist aufwendiger als eine Wespennest-Entfernung – das Volk muss samt Nest und Brut überleben.

Was kostet das?

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Telefonberatung Hymenopterendienst kostenlos klärt die meisten Fälle bereits
Ausnahmegenehmigung (Behörde) ab 72 € Mindestgebühr für die Befreiung
Umsiedlung über die Behörde bis 50 € zusätzlich zur Genehmigung
Umsiedlung durch Fachbetrieb 250–500 € je nach Zugänglichkeit, Höhe, Nestgröße

Vorsicht bei Anbietern, die eine „sofortige Beseitigung“ ohne Genehmigung anbieten: Das ist keine Dienstleistung, sondern eine Ordnungswidrigkeit – und im Zweifel haften Sie als Auftraggeber mit.

Was oft schon reicht

  • Abstand halten: Vier bis fünf Meter um das Nest genügen meist völlig.
  • Einflugschneise umlenken: Ein Sichtschutz zwingt die Tiere, höher an- und abzufliegen.
  • Fliegengitter an den Fenstern in Nestnähe – vor allem im Schlafzimmer.
  • Licht meiden: Hornissen fliegen als einzige Faltenwespen auch nachts ans Licht. Rollladen runter, dann bleibt es ruhig.
  • Abwarten: Ab Oktober stirbt das Volk ab. Das leere Nest kann im Winter gefahrlos entfernt werden – und wird nie wieder besiedelt.

Wann Sie uns anrufen sollten

Wir vermitteln Betriebe, die den legalen Weg gehen: erst Einschätzung, dann Genehmigungsverfahren, dann Umsiedlung. Sinnvoll ist das, wenn im Haushalt jemand auf Insektengift allergisch reagiert, das Nest in einem Rollladenkasten oder direkt an einer Eingangstür sitzt, oder wenn Sie schlicht nicht einschätzen können, ob es sich überhaupt um Hornissen handelt.

Häufig verwechselt: Was auf den ersten Blick nach Hornissen aussieht, ist oft die Gemeine oder Deutsche Wespe – bei der gelten andere Regeln und die Entfernung ist bei Gefährdung zulässig.

Was kostet die Entfernung? Zwischen 120 und 300 € – der Unterschied liegt fast immer an der Erreichbarkeit des Nests. Alle Preise nach Lage, wer zahlt und wann Abwarten günstiger ist.

Einschätzung anfordern

Beschreiben Sie kurz, wo das Nest sitzt und wie groß es ist – gern mit Foto im Nachgang. Sie erhalten eine ehrliche Einschätzung, ob überhaupt etwas getan werden muss. Kostenlos und unverbindlich.

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